Nachwuchs bei den Sonnenbären

Bis vor wenigen Jahren war von Malaienbären in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet - den tropischen Tieflandregenwäldern Südostasiens - so gut wie nichts bekannt. Erste Studien ergaben, dass Malaienbären strikt an Wälder gebunden sind, wo sie ihren Energiebedraf überwiegend über Früchte dekcen. Ihren Eiweißbedarf decken sie aus Insekten, die sie aus Totholz und Boden mit ihren langen Krallen ausgraben.  Während lang anhaltender Trockenzeiten, die in Südostasien mit dem immer häufiger auftretenden El-Nino-Phänomen verbunden sind, leben sie ausschließlich von Termiten. Nur ausreichend große Waldgebiete bieten dann genug natürliche Nahrung.  In solchen Hungerzeiten  brechen Malaienbären vermehrt in Plantagen und Gärten ein, vor allem dort, wo der Lebensraum schon stark zerstückelt ist. Wilderei der überall geschützten Art ist die Antwort. Natürliche Feinde sind Leoparden und Tiger.
Malaienbären sind außerordentlich scheue Tiere. Fangaktionen zwecks Besenderung dauersten Jahre. In vom Menschen stark genutzten Gebieten stellen die Malaienbären von tagaktive auf nachtaktive Lebensweise um. Zwar sind unsere Tiere, sie hier bereits in der zweiten Generation gezüchtet werden, gut an Menschen gewöhnt, ihr Voresicht und Scheuheit kommt aber immer wieder zutage, wenn sie Jungtiere aufziehen. Gula ist schon mehr als 7 Monate alt, trotzdem wird sie von ihrer Mutter Bao noch beschützt, vor allem bei der Erkundung von Neuland, wie dem Außengehege, das sie erst langsam kennenlernt. Zwar sind Malaienbären im Alter von ca.  4 Monaten  schon gut zu Fuß und folgen der Mutter, allerdings läßt die Witterung erst jetzt Spaziergänge ins Freie zu.

Gula ist das zweite Jungiter von Bao und Vater Chika und bereits der 9. in Köln geborene und von der Mutter aufgezogene Malaienbär. Baos Zwillingsschwester Bali ist derzeit mit Tochter Charlotte in Nachbargehege untergebracht. Vater Chika wird in einigen Wochen mit Mutter und Jungtier vergesellschaftet. Die ist bei Malaienbären durchaus möglich.

Im Europäischen Zuchtbuch für Malaienbären, das im Kölner Zoo geführt wird, sind derzeit 54 lebende Tiere registriert.

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