Nachwuchs bei den Bucharahirschen

Beyla ist ein besonderes Rothirschkitz, denn es gehört zu einer aussterbenden Unterart des Rothirsches, die in Feuchtgebieten in Asien zuhause ist. Einst war der Bucharahirsch in Uzbekistan, Tajikistan, Turkmenistan, Kazakhstan und auch Nord-Afghanistan verbreitet. Aber nur wenige Tiere (200-300) überlebten bis zum Ende des letzten Jahrhunderts. Gezielte Jagdsafaris, Wilderei und letztendlich die Kriege haben zur Ausrottung beigetragen. Sichtungen aus dem letzten Refugium in Kazachstan wurden nicht mehr gemeldet. Nur 120 Tiere gab es zu Beginn des Jahres von diesen Buchara-Hirschen  weltweit, davon 70 in europäischen Zoos oder Wildparks. Die Zahl ist seit Jahren mehr oder weniger konstant, da zu wenige Zoos in der Welt diese Unterart halten wollen.

Der Kölner Zoo begann 1977 mit der Haltung dieser seltenen Art. Das erste Paar kam aus dem afghanischen Tierpark von Kabul. Derzeit steht in Köln ein Rudel von 10 Tieren, davon ist der Platzhirsch sterilisiert. Dass es doch zu diesem Nachwuchs kam, liegt an einem zu spät abgegebenen Junggesellen namens Cyrus, der sich buchstäblich in letzter Minute noch mit der ältesten Kuh Benita verpaart hatte. In Europa gibt es weitere Haltungen in Tallinn (Estland), Berlin, Mulhouse (Frankreich), Kerkrade (Holland), Edinburgh (England) und in Rostov (Russland). Erfreulicherweise kooperieren die Zoos weltweit gut miteinander. So gingen Tiere aus der Kölner Zucht schon in alle anderen Haltungen und im Austausch erhielten wir vorwiegend Männchen aus Berlin und Tallinn. Allerdings sind wir derzeit zu einer Zuchtpause gezwungen, Beyla hat uns gewissermaßen überrascht. Sie ist Hirsch Nr. 87 im Kölner Zoo.

Während Beyla noch Muttermilch trinkt, fressen die Alten besonders gern frisches Laub und Gras oder Luzerne. Im Winter erhalten sie neben Heu auch Rinde zum Abnagen, pelletiertes Kraftfutter, sowie Möhren und Äpfel. Sesamexpeller als Zusatz sorgt für eine besonders gute Geweihentwicklung.

Foto: Rolf Schlosser

 

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