Geburt von zwei Onagern
Sadri und Jafar gehören zu einer Tierart, die kaum jemand kennt und die möglicherweise ausstirbt, bevor ihre Anpassungs- und Überlebensfähigkeit in wüstenartigen Landstrichen verstanden wird. Was macht diese Tierart so schnell (schneller als Rennpferde) und ausdauernd zugleich (Marathon bei 40 km/h), obwohl sie in eher lebensfeindlichen Halbwüsten vorkommt? Wir wissen es nicht.
In den Zoologischen Gärten nimmt die Zahl der Onager ab, sie liegt derzeit unter 100 Tieren weltweit. Der Hamburger Zoo – besser bekannt als Tierpark Hagenbeck – hat sich in Europa der Erhaltung der Art verschrieben, war es doch Carls Hagenbeck’s Mitarbeiter Arnulf Johannes, der in den 50er Jahren im Iran mehrere Exemplare gefangen und in die Zoos gebracht hat. Heute fokussiert sich das Interesse wieder auf den Iran, aber diesmal nicht, um weitere Exemplare zu fangen, sondern die etwa 500 Individuen der beiden verbliebenen, aber weit voneinander getrennten Populationen zu schützen. So wurde ein Forschungsprojekt initiiert, dass die Biologie der Onager in ihren jetzigen Verbreitungsgebieten (Touran und Bahram-e-Goor) zum Thema hat.
Sadri wurde am 29. September, Jafar am 11. Oktober geboren. Wir sind besonders froh, dass dies in einem so kurzen Abstand geschah, können doch die beiden Hengstfohlen demnächst als Spielpartner aufwachsen. Noch bewacht die 18-jährige Stute Jessica ihren Neugeborenen, während die 4-jährige Saphira nicht mehr ständig hinter Sadri herläuft, wenn er mal in einem rasanten Galopp das Gehege umrundet. Vater ist der 10-jährige Hengst Iwan, der 2004 aus Sigean (Frankreich ) in den Kölner Zoo kam. Die Stute Julia ist mit 25 Jahren zu alt, um noch Fohlen zu bekommen und die 2-jährige Lisa aus Bandholm (Dänemark) noch zu jung.
Während Jafar’s älterer Bruder Jago nächstes Jahr den Kölner Zoo verlassen muss – der Hengst würde ihn nicht weiter dulden – haben Sadri und Jafar noch 1 Jahr Zeit heranzuwachsen und den Besucher mit ihren Laufspielen zu erfreuen.
Als Futter erhalten die Onager Heu, pelletiertes Kraftfutter und Rüben im Winter, im Sommer auch frisches Gras
Tel. +49 (0) 1805. 28 01 01
(14 Ct./Min. aus dem dt. Festnetz,
Mobilfunk max. 42 Ct./Min.)
E-Mail info@koelnerzoo.de






