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Helm-Hornvogel entwickelt sich zum Publikumsliebling

Köln, 19. März 2015. Der Helm-Hornvogel, der auch Sulawesi-Hornvogel genannt wird gehört zur Familie der Nashornvögel (Bucerotidae).

Hier im Kölner Zoo halten wir ein Paar dieser seltenen Hornvögel. Das Männchen „Luca“ ist sechs Jahre alt und wurde in einem niederländischen Vogelpark von Hand aufgezogen. Das Weibchen „Indah“ stammt ebenfalls aus den Niederlanden, ist aber eine Elternaufzucht und damit deutlich zurückhaltender als ihr Partner.

Der Helm-Hornvogel ist einer der farbenfrohsten asiatischen Hornvögel und erreicht eine Körperlänge von 100 cm sowie ein Gewicht von zwei bis drei kg. Die Flügeldecken, die untere Bauchseite und die Füße sind schwarz. Der Hals und der Kopf weisen eine hellbraune bis cremefarbene Färbung auf. Auffällig ist der gelbe sehr große Schnabel mit dem helmartigen Aufsatz. Der Schwanz ist lang und von weißlicher Farbe. Die Kehlhaut ist blau und schließt mit einem blauen Band ab.

Die Vögel leben in ihrem tropischen Lebensraum paarweise oder in kleinen Familiengruppen. Während der Nahrungsaufnahme versammeln sie sich in zum Teil größeren Schwärmen. Sie ernähren sich überwiegend von Früchten, insbesondere von Feigen. Des Weiteren nehmen sie auch Insekten und kleine Wirbeltiere zu sich. Aufgrund des hohen Wassergehaltes ihrer Nahrung brauchen diese Hornvögel kein Wasser.

Die Vögel leben nur auf dem Sulawesi-Archipel in Indonesien. Dazu gehören insbesondere die Inseln Lembeh, Togian, Muna und Butung. Sie leben im immergrünen Regenwald mit einer hohen Dichte an fruchttragenden Bäumen.

Hat sich ein Paar gebildet, so bleibt es ein Leben lang zusammen. Baumhöhlen in großen Höhen von 15-20 Meter dienen ihnen als Bruthöhle. Das Weibchen legt zwischen 2 und 4 rundliche weiße Eier, wovon nach dem Schlupf in der Regel aber nur ein bis zwei Jungtiere überleben. Hat das Weibchen seine Eier gelegt, so geschieht etwas Einmaliges in der Vogelwelt. Das Weibchen mauert aus einer Mischung aus Nahrung, Holzteilen und Kot, das zu einem Brei verarbeitet wird, die komplette Bruthöhle nach außen hin zu. Lediglich ein schmaler Spalt bleibt offen. Durch diese Öffnung werden die Jungvögel und das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt. Dieses Verhalten zur Feindabwehr ist nur bei Nashornvögeln bekannt. Nachdem die Jungvögel nach etwa 16 Wochen flügge geworden sind, öffnet das Weibchen die Bruthöhle. Sie hämmert dabei das Mauerwerk mit ihrem Schnabel auf. Die Jungvögel erreichen die Geschlechtsreife mit 4 Jahren.

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Helm-Hornvogel durch Lebensraum-zerstörung bedroht. Während der Zeit von 1985 bis 1997 gingen etwa 16,9 Prozent Wälder auf Sulawesi verloren und 1997 bis 2001 ging der Bestand an Wäldern etwa um 36,1 Prozent zurück. Der Helmhornvogel ist während der Nistzeit von großen Bäumen abhängig und ist besonders anfällig für Waldverlust und Abbau. Ferner ist die Jagd sowie Gold-Bergbau und Feuer (außergewöhnliche Brände im Jahr 1997) eine ernsthafte Bedrohung. In den Folgejahren zeigte sich ein deutlicher Rückgang der Bruterfolge.

 

Kontakt:
AG Zoologischer Garten Köln
Bernd Marcordes
Riehler Straße 173
50735 Köln
0221/7785-108
0221/7785-111
marcordes@koelnerzoo.de

 

Fotos: Werner Scheurer

 

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