Erster Nachwuchs bei den Capybaras

 

Köln, 21. Januar 2010. Wir freuen uns sehr über den ersten Nachwuchs bei den Capybaras im Tapirhaus des Kölner Zoos. Am 16. Dezember 2009 gebar die 2-jährige Capybara-Dame „Maggie“ nach 5-monatiger Tragzeit drei meerschweinchengroße Jungtiere. Die fast 50 kg schwere Riesennagermutter stammt aus dem niederländischen Zoo Kerkrade und kam bereits am 1. Juli 2008 zu uns. Vater „Elvis“ ist nur wenige Monate älter als seine Partnerin und schritt im Juli 2009, sofort nach seiner Ankunft aus Zürich, zur Familienvermehrung. Er ist ein außergewöhnlich ruhiges und an den Menschen gewöhntes Tier, der sich gern einmal von seinen Tierpflegern streicheln lässt. Deshalb wurde er auch wenige Tage nach der Geburt  wieder zu seiner Familie gelassen, wo er sich rührend um den Schutz und das Wärmen der drei Jungtiere kümmert. Zwei der Jungtiere haben sicher etwas von seinem Erbteil mitbekommen und sind ebenfalls schon sehr zutraulich.

 

Der ungewöhnlich klingende Name „Capybara“ bedeutet in der Guarani-Sprache „Herr des Grases“ und gibt Auskunft über die Hauptnahrung dieser Riesennager aus den Überflutungsgebieten, Savannen und Flussufern von Regenwäldern des tropischen Mittel- und Südamerikas. Während die Tiere in der Nacht und in den Morgen- und Abendstunden grasen, ziehen sie sich zum Ruhen am Tage und bei Gefahr in das kühlende Wasser zurück. Mit bis zu 65 kg Körpergewicht und 1,2 Meter Körperlänge werden die Weibchen sogar noch etwas schwerer als die Männer. Dagegen trägt der erwachsene Mann eine große dunkle Duftdrüse auf dem Nasenrücken. Das daraus hervortretende Duftsekret wird zur Markierung seines Territoriums auf Äste und Wurzeln gerieben. Er versammelt dort mehrere Weibchen in einer stabilen Familie und verteidigt sie auch aktiv gegen andere Männer mit den großen, nachwachsenden Meißelzähnen. Die rundliche Statur und beachtliche Größe der Capybaras hat ihnen den deutschen Namen „Wasserschwein“ eingebracht, jedoch haben diese größten Nagetiere der Welt verwandtschaftlich und auch ökologisch mit Schweinen nichts zu tun. Sie gehören zu den Meerschweinchenverwandten, einer Nagerfamilie mit großer Arten- und Formenvielfalt des Zentralen und Südlichen Amerikas.

 

Obwohl sie stellenweise stark von Menschen gejagt werden, ist ihr Bestand in der Natur noch gesichert. Sie werden sogar in Venezuela auf den Weidegebieten großer Haciendas als Konkurrenten für das Weidevieh geduldet, weil sie dem menschlichen Verzehr dienen und wegen  ihres Leders.

 

Die gegen ihre hünenhaften Eltern noch niedlich wirkenden kleinen Capybaras entwickeln sich hervorragend und wachsen rasant. Sie haben ihr Gewicht in einem Monat schon verfünffacht. Bei wärmerem Wetter werden wir die Kleinen auch auf der Anlage als attraktive und effektive Grasfresser zeigen können.

 

Fotos: Rolf Schlosser

 

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