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Vier auf einen Streich - Nachwuchs bei den Erdmännchen

Köln, 5. März 2015. Gut ein halbes Jahr nach dem letzten Wurf hat die mittlerweile 4-jährige Marie am 27. Januar 2015 wieder vier Junge zur Welt gebracht. Seit ca. 2 Wochen begleiten ihre Babysitter diese nach draußen. Ältere Geschwister, aber auch die erwachsenen Männchen übernehmen das Wärmen und Hüten. Das Zuchtweibchen ist nur in den ersten Tagen ständig bei den Neugeborenen, um sie zu säugen. Schon bald kommt sie aus dem Bau, um Futter aufzunehmen. In ihrem natürlichen Lebensraum, den trockenen Steppen und Halbwüsten im südlichen Afrika,  bedeutet das, sie muss den ganzen Tag mit der Gruppe umherziehen, um genügend Nahrung zu finden. Dies sind vor allem Insekten und Spinnentiere wie z. B. Skorpione, die ausgegraben werden müssen. Natürlich verschmähen Erdmännchen auch Vogeleier oder Kleinsäuger nicht, allerdings sind die in ihrem Lebensraum selten, genauso wie saftige Früchte, die gelegentlich genommen werden. Dieses Futter wird auch den Jungen bei Verlassen der Wurfhöhle von den Babysittern angeboten.

Natürlich kann man im Zoo nicht ganz genau das gleiche Futter anbieten. Es ist eine Ersatznahrung, die den Nährstoffansprüchen und dem Nahrungsaufnahmeverhalten entsprechen muss.  Bei uns bekommen die Erdmännchen in mindestens zwei Mahlzeiten eine bezüglich Zusammensetzung und Darreichungsform abwechslungsreiche Kost angeboten. Heute stehen Grillen als Mittagessen auf dem Speiseplan, die müssen gesucht und gefangen werden. Am Nachmittag gibt es dann Garnelen. An anderen Tagen werden Stücke von Muskel- oder Herzfleisch angeboten, aber auch Hackfleisch oder Obst und vieles mehr, wie z.B. Mäuse. Vielfach wird das Futter in Säcken mit Heu oder Rindenmulch angeboten, so dass das Such- und Scharrverhalten stimuliert wird. Darüber hinaus graben unsere Erdmännchen bei gutem Wetter ausgiebig zwischen den Grasbüscheln und Büschen der Anlage nach Insekten und Würmern. Bei weniger hohen Temperaturen halten sie sich vor allem in den Tontöpfen und mit Heu gefüllten Körben unter den Regenschirmen auf. Zwar können sie jederzeit ein beheiztes Innengehege aufsuchen, jedoch bevorzugen sie den Aufenthalt unter freiem Himmel, den immer mindestens ein Wächter, auf erhöhtem Posten sitzend, nach Feinden aus der Luft absucht. Dieses Verhalten ist angeboren, ebenso wie das Graben größerer Schlaf- und Wurfhöhlen sowie kleinerer Fluchtburgen, in die sie sich bei Gefahr, angezeigt durch bestimmte Rufe des Wächters, zurückziehen können. Anhand der Warnlaute des Wächters können die Erdmännchen erkennen, ob es sich um einen Feind aus der Luft handelt, sie also ganz schnell in die Bauten fliehen müssen oder um einen Bodenfeind, den man  gegebenenfalls durch Zusammenrotten und Mobben vertreiben kann.

In Menschenobhut müssen den Tieren die Requisiten des Lebensraums geboten werden, die Wachen und Graben möglich machen – also erhöhte Ausgucke und einen Untergrund, der das Anlegen von Höhlen erlaubt.

Kontakt für weitere Informationen:
AG Zoologischer Garten Köln
Dr. Lydia Kolter
Riehler Straße 173
50735 Köln
Telefon: 0221/7785-107
Fax: 0221/7785-111
Mail: kolter@koelnerzoo.de

 

Fotos: Werner Scheurer

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