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Drei auf einen Streich - Nachwuchs bei den Erdmännchen

Köln, 3. November 2016. Wuselige Neubewohner im Kölner Zoo: Erdmännchen-Weibchen „Marie“ hat am 16. September drei Jungtiere geboren. Zur Welt brachte sie diese in einer selbstgegrabenen Höhle. Die 5-jährige „Marie“ hat zum letzten Mal vor fünf Monaten geworfen. Damals wie heute war sie als Zuchtweibchen nur in den ersten Tagen nach der Geburt ständig bei ihren Neugeborenen. Schon bald darauf verließ sie den Bau, um auf Nahrungssuche zu gehen. Eine gute Ernährung ist wichtig für sie, da sie die Jungtiere säugt.
Ist Mutter „Marie“ abwesend, bleibt immer ein erwachsenes Erdmännchen bei den Kleinen. Die sogenannten Babysitter übernehmen auch das Wärmen und Hüten. In die Babysitter-Rolle schlüpfen weibliche wie männliche Erdmännchen.
Seit etwa 10 Tagen gehen die neugeborenen Jungtiere regelmäßig auf die Außenanlage. Die Babysitter sind immer dabei. Bei nasskaltem Wetter kuscheln sich die Jungtiere unter den Wärmelampen zusammen. Schirme bieten Schutz vor Regen. Zwar können die Erdmännchen im Kölner Zoo jederzeit ein beheiztes Innengehege aufsuchen. Dennoch bevorzugen sie den Aufenthalt unter freiem Himmel. Dieser wird von immer mindestens einem Wächter, der auf erhöhtem Posten sitzt, nach Feinden aus der Luft abgesucht.
Es kommt auf den Warnruf an: Verteidigung als Rudel oder Flucht in den Untergrund
Bei bestimmten Warnrufen ziehen sich die Tiere in kleine Fluchtburgen zurück. Diese haben sie ebenso wie die Schlaf- und Wurfhöhlen selbst gegraben. Anhand der
Warnlaute des Wächters können die Erdmännchen erkennen, ob es sich um einen Feind aus der Luft handelt – sie also ganz schnell in die Bauten fliehen müssen – oder ob ein Bodenfeind naht, den man gegebenenfalls durch Zusammenrotten und Mobben vertreiben kann.
Erdmännchen leben in den trockenen Steppen und Halbwüsten des südlichen Afrikas. In Menschenobhut brauchen die Tiere einen Untergrund, der das Anlegen von Höhlen erlaubt. Zudem ist es wichtig, dass sie sich einen erhöhten Ausguck bauen können. Das Futter ist vielfältig und muss den Nährstoffansprüchen und Nahrungsaufnahmeverhalten der Erdmännchen entsprechen. Grillen stehen ebenso auf dem Speiseplan wie gelegentlich Garnelen. An anderen Tagen gibt es Stücke von Muskel- und Herzfleisch, aber auch Hackfleisch, Mäuse oder Obst. Vielfach wird das Futter in Säcken mit Heu oder Rindenmulch angeboten. Das stimuliert das Such- und Scharrverhalten. Darüber hinaus graben unsere Erdmännchen bei gutem Wetter zwischen den Grasbüscheln und Büschen der Anlage ausgiebig nach Insekten und Würmern.
Fotos: Werner Scheurer/Rolf Schlosser

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