BAUMKÄNGURU, MATSCHIE 


[Dendrolagus matschiei | Matschie's Tree Kangaroo]

 

Systematik: Beuteltiere, Baumkänguruhs

 

Kopf-Rumpf-Länge: 55-63cm

 

Schwanzlänge: 55-62cm

 

Gewicht: 9-13kg

 

Höchstalter: 5-8 Jahre

 

Geschlechtsreife: mit 2 Jahren

 

Tragzeit: 32 Tage

 

Anzahl der Jungtiere: 1

 

Verbreitungsgebiet: Nordost- Neu-Guinea

 

Lebensraum: Gebirgswälder

 

Bestand im Freiland: bedroht

 

Bestand in europäischen Zoos: ca 10

 

Nahrung: Blätter und Früchte

 

Feinde: am Boden evtl. Neu-Guinea-Dingo

 

Beschreibung:


Langsam aber sicher


Die Lebensweise der Baumkängurus ist scheinbar paradox, leben sie doch als Verwandte der sprunggewaltigen Busch-, Grasland- und Felsbewohner im Geäst der Bäume. Der lateinische Gattungsname Dendrolagus bedeutet soviel wie "Baumhase", was auf ihren andersartigen Körperbau hindeutet. So sind die Hinterbeine deutlich kürzer, die Vorderbeine länger und kräftiger als bei Ihren Boden bewohnenden Verwandten. Der Schwanz dient nicht als "dritter Fuß", sondern als Balancierorgan beim Klettern. Die Fähigkeit, am Boden zu hüpfen, ging im Laufe dieser Evolution vom Boden in die Bäume fast vollständig verloren. Das Matschie-Baumkänguru steht am Ende dieser Entwicklungslinie, es vermag sich am Boden lediglich schreitend oder hoppelnd fortzubewegen und erreicht dabei Geschwindigkeiten von etwa 5km/h.

 

Bedroht nur durch den Menschen

 

Die veränderte Anatomie der Hüfte erlaubt es den Baumkängurus, ihre Hinterbeine unabhängig voneinander zu bewegen, eine große Hilfe beim Klettern, die den anderen Kängurus fehlt. Das weitgehende Fehlen natürlicher Feinde machte es den Baumkängurus möglich, eine eher langsame und schwerfällige Bewegungsweise anzunehmen. Diese Tatsache macht sie heute zu einer leichten Beute für einheimische Jäger.

Das Matschie-Baumkänguru lebt als Einzelgänger oder paarweise in den Gebirgswäldern Neu-Guineas. Es ist dämmerungs- und nachtaktiv. Beim Fressen und der Körperpflege zeigt es eine bemerkenswerte Geschicklichkeit der Vordergliedmaßen, so können der 1. und 2. Finger der Vorderpfoten "daumenartig" den anderen Fingern entgegengestellt werden.

 

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