BORNEO-ORANG-UTAN
[Pongo pygmaeus | Bornean Orang-Utan]
Systematik: Primaten, Große Menschenaffen
Verbreitung: Borneo
Lebensraum: tropischer Regenwald
Tragzeit: 7,5 - 9 Monate
Körpergewicht: 35 - 45 kg (w), 80 - 90 kg (m)
Bestand im Freiland: wenige Tausend, vom Aussterben bedroht
Bestand in europäischen Zoos: ca. 160
Nahrung: Früchte, junge Blätter, Insekten
Beschreibung:
Man trifft sich selten
Orang-Utans sind Baumbewohner der tropischen Regenwälder, Sie kommen in den zwei Arten Borneo- Orang-Utan und Sumatra-Orang-Utan auf diesen indonesischen Inseln vor und sind die einzigen Großen Menschenaffen außerhalb Afrikas.
Orangs gelten in der Natur als Einzelgänger. Oft findet sich auf einen Quadratkilometer nur ein Orang-Utan. Nur die Weibchen mit ihren Kindern werden von ihrem Nachwuchs und manchmal auch von anderen Müttern mit ihrem Nachwuchs begleitet. An guten Fruchtbäumen treffen sich aber gelegentlich mehrere Tiere, die hier einige Zeit miteinander fressen und dann wieder auseinander gehen.
Jüngere Orangs streifen gelegentlich über längere Zeiten gemeinsam umher. Die älteren Männchen wandern zumeist allein die Streifgebiete der Weibchen ab. Sie zeichnen sich durch ausgeprägte Backenwülste und einen großen Kehlsack aus. Die Backenwülste lassen sie breiter und imposanter erscheinen, der Kehlsack verstärkt die Rufe. Treffen sie auf Weibchen, dann paaren sie sich mit ihnen und ziehen dann weiter. Bei jüngeren Männchen sind diese sekundären Geschlechtsmerkmale oft über längere Zeit unterdrückt. So können sie sich ebenfalls - vom älteren Männchen unbemerkt ? mit den Weibchen paaren.
Baumbewohner mit Fingerspitzengefühl
Orang-Utans zeigen sich besonders geschickt beim Manipulieren von Gegenständen. Wie Schimpansen nutzen auch sie verschiedene Objekte als Werkzeuge. So konnte im Freiland der Einsatz von Ästen als Fliegenklatsche oder als Kratzstock beobachtet werden. Stöcke werden als Stocherinstrumente zum Hervorpulen von Insekten oder zum Entkernen von Früchten eingesetzt, Blätter wie Handschuhe benutzt, um stachelige Früchte oder Zweige zu bearbeiten. Belaubte Zweige werden eingesetzt, um Wasser aufzufangen und abzulecken.
Auffällig ist, dass bestimmte Techniken nur von Orangs aus bestimmten Gebieten ausgeübt werden, von anderen aber nur selten oder gar nicht gezeigt werden. Durch das Nachahmen anderer Artgenossen haben sich lokale Traditionen entwickelt, die über Generationen weiter gegeben werden. Im Freiland wird es mit der zunehmende Zerstörung des Lebensraumes und der immer kleiner werdenden Population an Orangs immer schwieriger, Traditionen weiterzugeben.
Auch in Zoologischen Gärten zeigen Orangs vielfältigen Werkzeuggebrauch. Um diese Verhaltensweisen zu fördern, beschäftigen die Pfleger die Tiere mit verschiedenen Materialien. So wird ihnen zum Beispiel in verschlossenen Gummiröhren Körnerfutter angeboten, dass sie nur durch geschicktes Schütteln oder durch Stochern mit einem Stöckchen aus kleinen Löchern hervorholen können.
In drei Minuten zeigt Ihnen unser Imagefilm die verschiedenen Facetten des Kölner Zoos. Viel Spaß beim Anschauen!
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