ERDMÄNNCHEN

 

[Suricata suricatta | Slender-tailed Meerkat]

 

Systematik: Raubtiere, Mungoartige

 

Tragzeit: 60 Tage

 

Höchstalter: 9 Jahre

 

Körpergewicht: 620 - 970 g

 

Lebensraum: Savanne

 

Bestand im Freiland: nicht bedroht

 

Bestand in europäischen Zoos: ca. 800

 

Nahrung: Insekten, kleine Wirbeltiere, Skorpione

 

Beschreibung:

Erdmännchen - Einer für alle


Erdmännchen leben in großen Gruppen mit bis zu 40 Individuen. Sie haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Häufig suchen sie Körperkontakt, sei es durch Umarmen oder einfach durch nahes Beieinaderstehen. Auch groomen sie sich nach gerne, d. h. pflegen sich eifrig gegenseitig das Fell.

Erdmännchen sind Beutegreifer, ernähren sich also von anderen Tieren. Aufgrund ihrer geringen Größe sind sie selbst aber begehrte Beute für andere Beutegreifer, wie Adler oder Kobra. Deshalb müssen Erdmännchen besonders wachsam sein. Wachsam sein hält aber von der Nahrungssuche ab, deshalb gibt es bei den Erdmännchen einen Wächter, der gar nicht auf Nahrungssuche geht. Er wird jedoch regelmäßig abgelöst, sodass kein Erdmännchen in der Gruppe hungrig bleiben muss.

Die Erdmännchen leben in trockenen und halbtrockenen Gebieten im südlichen Afrika. Die klimatischen Bedingungen sind sehr hart. Im Sommer sind die Temperaturen extrem hoch und im Winter gibt es große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Nachts fallen die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt. Die wenigen Regenfälle sind unberechenbar. Die Tageszeiten in denen es nicht zu heiß, zu kalt oder zu nass ist für die Nahrungssuche, sind daher sehr eingeschränkt.


Die Mama ist der Chef

 

Erdmännchen leben in matriarchalischen Gruppen. Sie gehören zu den sozialsten Säugetieren überhaupt. Das dominante Weibchen bestimmt, wo die Gruppe lebt und auch nur dieses Weibchen bekommt die Jungen. Der Vater ist höchstwahrscheinlich das ranghöchste Männchen. Das Weibchen wirft die Jungen in der unterirdischen Schlafhöhle. Erdmännchenjunge sind Nesthocker, das heißt sie kommen nackt und blind zur Welt und bleiben die ersten Wochen in der Kinderstube. In dieser Zeit entfernt sich die Erdmännchengruppe zur Nahrungssuche nicht so weit vom Bau wie sonst. Auch die Mutter geht mit der Gruppe auf Streifzug, denn für sie ist eine gute Ernährung besonders wichtig, damit sie genügend Milch für ihren Nachwuchs hat. Zum Stillen kommt sie dann zurück. Aber es kommt auch vor, dass andere Weibchen aus der Gruppe als Amme die Mutter bei der Aufzucht unterstützen. Ein erwachsenes Erdmännchen bleibt immer bei den Kleinen um sie vor Raubtieren zu verteidigen. Der Babysitter-Job bei Erdmännchens ist harte Arbeit, denn je größer die Kleinen werden, desto schwerer ist es sie am Bau zu halten. Die Babysitter können den ganzen Tag nichts essen und verlieren so bis zu
10 % ihres Körpergewichts.

Genau wie Löwen begehen auch Erdmännchen Infantizid. Hier sind es allerdings die dominanten Weibchen, die die Nachkommen rangniedriger Weibchen umbringen. Das tun sie, um die Überlebenschancen des eigenen Wurfs zu gewährleisten.

 

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