FISCHOTTER, EUROPÄISCHER


[Lutra lutra | Common Otter]


Verbreitung:
Europa, Asien, Nordafrika


Systematik:
Raubtiere, Marderartige


Tragzeit: 
ca. 60 Tage


Körperlänge:
60 - 95 cm


Körpergewicht:
6-15 kg


Lebensraum:
Flusslandschaften, Auwälder


Bestand im Freiland:
400-600 in Deutschland


Bestand in europäischen Zoos:
ca. 270


Nahrung: 
Fische, Krebse, kleine Wirbeltiere


Beschreibung:

Vom Jäger zum Gejagten

Verschließbare Ohren- und Nasenöffnungen sowie ein dichter, wärmender Pelz erlauben dem Fischotter ausdauernde Beutejagden im Wasser. Seine Hinterfüße und sein kräftiger Schwanz dienen als Heckantrieb- und steuerung. An seinem flauschigen Haarkleid hatte allerdings auch der Mensch Gefallen gefunden und dem wohl schönsten heimischen Marder lange Zeit konsequent nachgestellt. Doch nicht nur aus diesem Grund ist er vom Aussterben bedroht. Heute drohen dem Fischotter trotz gesetzlichen Schutzes immer noch Gefahren an Fischteichen, wo er nicht gerade willkommen ist, sondern als "Fischereischädling" angesehen wird. Manchmal verfangen sich die Wassermarder auch in Fischreusen. Können sie sich nicht mehr befreien, ersticken sie jämmerlich. Die größte Bedrohung der Fischotter geht aber von der Zerstörung und Veränderung der natürlichen Auenlandschaften aus. An begradigten Flüssen findet er keine Verstecke mehr und wichtige Nahrungsgrundlagen gehen verloren. In zahlreichen Regionen auch in Nordrhein-Westfalen könnte der Fischotter wieder heimisch werden, wenn wie ihn tolerieren und kanalisierte Wasserläufen wieder ihre natürliche Ausprägung zurückgeben. Wo man das - wie etwa in Niedersachsen - schon getan hat, fanden sich Jahrzehnte nach der Ausrottung plötzlich wieder erste Fischotterspuren.


Das Wandern ist des Otters Frust


Im Vergleich zu anderen heimischen Marderarten bleiben die Fischotterjungen mit einem Jahr außergewöhnlich lange bei der Mutter. Ausgiebiges Spiel mit den Geschwistern prägt ihren Alltag. Die Fertigkeiten, die sie dabei trainieren, kommen ihnen im späteren einzelgängerischen Leben zugute, wenn sie bei der Beutejagd Geschicklichkeit beweisen müssen. Bei der Nahrungssuche in trüben Gewässern helfen ihnen auch ihre empfindlichen Barthaare. Trotz der zahlreichen Anpassungen an das Leben im Wasser verbringen die Fischotter die meiste Zeit an Land. Besonders nachts wandern sie bis zu 20 Kilometer weit. Doch durch die Zerstückelung von Großlandschaften werden diese Wanderungen der Otter zu gefährlichen Unterfangen: Auf Straßen, die die Otterreviere zerschneiden, werden allein in Deutschland jährlich etwa 10% des Bestandes zu Verkehrsopfern.

 

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